I ben als echter Schwob gebora, em Ländle han i's Herz verlora. I han für Schwobanachwuchs gsorgt, han älles zahlt, no nie was borgt.
Mit diesem stolzen Bekenntnis beginnt das dritte Büchle des schwäbischen Mundartautors Rolf Gerlach aus Pleidelsheim bei Ludwigsburg. „Oh lass halta!“, so der Titel dieses schön aufgemachten Gedichtbands, ist nun schon das dritte Buch des literarischen Späteinsteigers Gerlach.
Rolf Gerlach ist eigentlich ein Vorzeigeschwabe: fleißig, strebsam und heimatverbunden. Geboren 1938 in Stuttgart, in Feuerbach zur Schule gegangen, später eine kaufmännische Lehre bei Salamander in Kornwestheim.
Nach der Lehre folgte die Ausbildung zum Lehrer am Pädagogischen Institut in Stuttgart. Seine erste Stelle führte ihn nach Untergröningen im Ostalbkreis – ein sechsjähriger „Auslandsaufenthalt“ im sprachverwandten Schwabenland.
1967 kehrte er nach Pleidelsheim zurück, wurde Lehrer, später Rektor, Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister.
Zum ersten Gedicht kam Rolf Gerlach wie die Jungfrau zum Kind: Zum 50. Geburtstag eines Kegelfreundes sollte ein Gedicht verfasst werden. „Du bisch Schulmeister, du schreibsch!“ – und so begann alles.
Die Zuhörer lachten, klatschten und erkannten sein Talent. Das war der Startschuss für viele weitere Gedichte in feinstem Stuttgarter Schwäbisch.
Sein Schwiegervater war kein geringerer als Erich Hermann, besser bekannt als das Rundfunkfritzle – ein Komiker der Extraklasse. Manche Späße und Figuren fanden ihren Weg in Gerlachs Gedichte.
„Also eine Poesie mit Bodagfährtle … urschwäbisch.“
– Stuttgarter Nachrichten –
Gerlachs Gedichte erzählen alltägliche Geschichten – so wie’s oim selber scho passiert isch oder em a andera, den mr kennt. Bodenständig, humorvoll, manchmal grob, manchmal feinfühlig, immer mitten aus dem Leben.
Seine Beobachtungsgabe, seine Verbundenheit zur Heimat und sein Engagement in der Gemeinde prägen seine Texte.
„Rolf Gerlach erhielt das Bundesverdienstkreuz u.a. für den Erhalt der schwäbischen Mundart.“
Seine Bücher gehen weg wie warme Semmeln – oder besser: Weggla. Er wird regelmäßig zu Lesungen eingeladen und war auch im Studio des Südwestrundfunks zu Gast.
Alle Bücher sind liebevoll gestaltet und illustriert – von Könnern aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft.
In seinem neuen Büchle endet ein Gedicht mit den Zeilen:
„Mei Schwobaland, des woiß i gwieß, isch hier uff Erda ’s Paradies. Als Schwob möcht i uff dera Erda wenn’s goht, nomal gebora werda.“
Rolf Gerlach ist im Januar 2026 verstorben. Sein Werk bleibt – humorvoll, herzlich und zutiefst schwäbisch, getreu seinem Motto "Lacha isch xond!"